Recherchen in der Fränkischen Schweiz (2024)
2024 war bei mir das „große Jahr der Recherchen“ für mein aktuelles Romanprojekt. Warum es damit langsamer vorangeht als gedacht und geplant, darüber werde ich bei Gelegenheit berichten.
Ich war im vergangenen Jahr fünfmal im Großraum Nürnberg, einmal in Nürnberg selbst und viermal in der Fränkischen Schweiz, die nicht etwa in der Schweiz liegt, sondern eben in Nordbayern – Pardon: Franken. In meinem
Newsletter bzw. in
diesem Beitrag (siehe Link) hatte ich schon ein wenig davon erzählt, aber habe nun schon seit Monaten das Gefühl, noch einen etwas ausführlicheren Bericht schuldig zu sein: hier ist er.
Überhänge und Fingerlöcher
Charakteristisch für das Klettern im Frankenjura sind extreme Überhänge und die Fortbewegung an sogenannten Fingerlöchern (für ein, zwei oder drei Finger).


Typisch generell für das Mittelgebirgsklettern ist aus meiner Sicht der Wechsel zwischen hoher Anspannung und tiefer Entspannung, den das Foto unten sehr schön versinnbildlicht.

"Klagemauer"
Der Fränkischen Schweiz eigentümlich ist zudem die Unscheinbarkeit vieler Felsen, die oft mit der großen Bedeutung der jeweiligen Wand für die Klettergemeinde kontrastiert. So würden die meisten Wanderer an der „Klagemauer“ vermutlich ohne größeres Interesse vorübergehen, nicht ahnend, dass es sich, wie ich einmal las, um den „berühmtesten Boulderfels der Siebziger“ handelt (Bouldern ist das Klettern ohne Seilsicherung in geringer Höhe).
Ich habe hier ein Foto „eingeschmuggelt“, das nicht in Zusammenhang mit meinen letztjährigen Sommerrecherchen steht, sondern aus dem Winter (2022) stammt. Ich fand es sprechender als die anderen „Klagemauer“-Aufnahmen in meinem – sagen wir: Bildarchiv.

"Franzosenstein"

Wie der „Franzosenstein“ zu seinem Namen gekommen sein soll – diese grausige Geschichte lässt sich auf einem dort aufgestellten Schild nachlesen. Die Kletterer nennen ihn „Grüne Hölle“. Ein leichtes Grausen könnte auch der Hintergrund dieser Namensgebung in einem erwecken, denn ich vermute, seine Bezeichnung verdankt der Fels den fränkischen Stechmücken, die hier ihr Unwesen treiben und mit ihren fürchterlichen Stacheln sogar Jeans durchdringen.
"Oma Eichler"

Unter Kletterern legendär und international bekannt ist der Zeltplatz beim Gasthof Eichler im Trubachtal. Drinnen hängt u. a. ein Bild Wolfgang Güllichs (1960-1992), der als erster Kletterer den glatten zehnten und später den elften Schwierigkeitsgrad erreichte. In der deutschen Sportkletter-Szene wurde bzw. wird ihm eine beispiellose Verehrung zuteil. Wie bei manch anderem Jungverstorbenen mag dabei auch sein früher Tod eine Rolle spielen (er wurde Opfer eines Verkehrsunfalls).
Das Foto unten entstand am 5. August kurz vor Einbruch der Dunkelheit auf besagtem Zeltplatz, während ich das Video (die Abonnenten meines Newsletters kennen es schon) unweit davon im Wald aufgenommen habe, am Folgetag gegen fünf Uhr früh.

Und so sehen im Frankenjura die Tankstellen aus (siehe unten) ... aber zugegebenermaßen nicht alle 😉 ...









